Kampagne zur Zertifizierung von Schulen in Hessen

Das Jugendrotkreuz (JRK) Hessen zertifiziert Schulen als "Humanitäre Schule". Um das Zertifikat „Humanitäre Schule“ zu erlangen, erleben die Schülerinnen und Schüler das Planspiel „Outface“ und engagieren sich anschließend in einem selbst gewählten humanitären Projekt. Am Ende des Schuljahres werden die beteiligten Schulen ausgezeichnet. Auch die beteiligten Schülerinnen und Schüler erhalten eine Urkunde. Zielgruppe sind Schulklassen ab dem zehnten Schuljahr.

Ziele:
Demokratische Prozesse verstehen lernen, Lösungen aushandeln lernen,
Erlernen von Handlungskompetenzen.

Die Kampagne durchläuft vier Phasen:

  • Versammlung aller Interessierten mit Wahl s.g. Humanitärer Scouts, die den Prozess vor Ort begleiten und als Kontaktperson zwischen Jugendrotkreuz und Schule fungieren.
  • Durchführung eines Planspiels. Dabei geht um einen Grenzkonflikt zweier Länder. ( Dauer 12 Unterrichtsstunden)
  • Durchführung eines selbst gewählten humanitären Projekts.
  • Zertifizierung und Nachhaltigkeit.

 

Info's

Deutsches Rotes Kreuz
Landesverband Hessen e.V.
Jugendrotkreuz
Abraham-Lincoln-Str. 7
65189 Wiesbaden
Tel.:0611/7909155

e-Mail: sekretariat(at)jrk-hessen.de

 

nach oben

Jugendrotkreuz zeichnet Albert-Schweitzer-Schule in Offenbach mit Zertifikat „Humanitäre Schule“ aus

Wiesbaden, 30. Oktober 2009

22/2009 

Über die Generation der „Jugend von heute“ existieren viele Vorurteile – sie seien unpolitisch, denken nur an sich selbst und wissen nichts über den Weltfrieden. Dass es aber auch ganz anders ist, zeigte die Albert-Schweitzer-Schule in Offenbach, die im Oktober mit dem Zertifikat „Humanitäre Schule“ ausgezeichnet wurde.

Im Rahmen der Jugendrotkreuz-Kampagne „Humanitäre Schule“  beschäftigte sich ein Kurs des Wahlunterrichts der Jahrgangsstufe 9 und 10 der Albert-Schweitzer-Schule in Offenbach zwei Jahre lang mit dem Humanitären Völkerrecht – und das auf Englisch. Ziel des bilingualen Projekts war es über Menschlichkeit und Solidarität zu sprechen, diese zu üben und Schwächeren zu helfen. 

Mit Hilfe des JRK-Planspiels „Outface“ schlüpften die 18 Schüler spielerisch in die Rollen der Außenpolitiker, UN-Delegierten und Pressevertreter. Sie arbeiteten mit geheimen Informationen, gaben Pressekonferenzen und handelten ein Friedensabkommen aus. Um den bewaffneten Konflikt zu lösen, mussten die jungen Leute zusammenarbeiten und lösungsorientierte Strategien entwickeln. Eine wertvolle Basis für die Planung und Durchführung des Kurses waren die Unterrichtsmaterialien „Entdecke das humanitäre Völkerrecht“ des Jugendrotkreuzes (JRK), basierend auf dem Material „Exploring Humanitarian Law“ des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz.

Das in der Theorie Gelernte konnten die engagierten Schüler durch ein reales „humanitäres Projekt“ mit Leben füllen. Sie entschieden sich über mehrere Wochen Waffeln in der Schule zu verkaufen und den Erlös von 150 Euro dem Verein „Eine Welt e.V.“ zu spenden, der für dieses Geld 60 Unterrichtsbücher für eine Schule in Afrika kaufen kann. Lehrer Ullrich Gutjahr freut sich über das Engagement seiner Schüler und bewertet das Projekt so: „Die Themen Krieg und Not waren den Schülern am Anfang sehr abstrakt und fern. Mit Hilfe des Planspiels wurden ihnen die tatsächlichen Auswirkungen von Krieg und Not in unserer Welt verdeutlicht.“

Das hessische Jugendrotkreuz (JRK) überreichte der Albert-Schweitzer-Schule das Zertifikat „Humanitäre Schule“ und bedankte sich für das tatkräftige Engagement der Schüler. Ein besonderer Dank gilt auch dem Schulleiter Ulrich Schmidt für seine Offenheit und sein Vertrauen in das Projekt. Danken möchte das JRK auch dem DRK-Landeskonventionsbeauftragten Karl Walter Lotz, der das Projekt vermittelt und die Umsetzung betreut hat.

Seite druckenSeite empfehlennach oben